Die Jungfrau von Orleans | Theater Bielefeld

Szenenbild | Foto: Philipp Ottendörfer
Szenenbild | Foto: Philipp Ottendörfer
WDR 3 Kulturtipp: 

Friedrich Schiller

Mittwoch, 3. Oktober 2018, 19:30 Uhr


Johanna, eine junge Frau, die scheinbar aus dem Nichts kommt, wendet das Blatt einer ganzen Nation, weil sie alles in sich vereint, das nicht zusammen passt: Weiblichkeit, Krieg, Unverwundbarkeit, Mord und Reinheit. Ihr Charisma wird zur Energiequelle für die an allen Fronten geschlagenen Franzosen und zum Schrecken der vormals sieggewohnten Engländer. Ob Heilige, Hexe, Märtyrerin oder Hochstaplerin – Teil der Gemeinschaft kann sie niemals werden.

Schiller hat uns mit seiner Jungfrau von Orleans ein ebenso wirkungsmächtiges wie widerspruchsgeladenes Erbe hinterlassen – keine Reliquie hinter Glas, sondern eine offene Wunde: Sich selbstbestimmt auf kein Geschlecht reduzieren zu lassen, steckt als Provokation ebenso in dem Stück wie die Verteidigung der Nation gegenüber fremder Einflussnahme – was zwangsläufig ein Nachdenken über aktuelle Debatten impliziert.


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