Franz Erhard Walther - Handlung denken | Ludwig Forum Aachen

WDR 3 Kulturtipp: 

02.06.17–29.10.17


Franz Erhard Walther, der jüngst als bester Künstler der Biennale in Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden ist, wurde bereits im vergangenen Oktober der Aachener Kunstpreis 2016 zuerkannt. Anlässlich dieser Preisverleihung richtet das Ludwig Forum Franz Erhard Walther eine Einzelausstellung aus, die eine repräsentative Auswahl seiner Werke zeigt.

Franz Erhard Walthers Werk steht im Kontext der Entgrenzungsstrategien der Kunst der 1960er-Jahre, in denen die Auffassung des Kunstwerks als materielles Objekt zugunsten eines erweiterten Kunst- und Werkbegriffs aufgegeben wurde. In Happenings, Aktionen und Performances etwa wurden vorherrschende Kategorien wie Kunstwerk und Autor in Frage gestellt. Dabei vertraten die Künstler den Anspruch, Kunst als Erfahrung, als Teilhabe an einem Ereignis oder Prozess zu vermitteln. Die Hierarchie zwischen Künstler und Rezipient sollte aufgelöst und so die Kunst demokratisiert werden.

Ausgehend von dieser grundlegenden Neudefinition des Kunstbegriffs durch Franz Erhard Walther in den 1960er-Jahren versammelt die Aachener Ausstellung Handlung denken rund 70 Werke aus fast 60 Jahren künstlerischer Praxis. Die Schau präsentiert eine konzentrierte, für das Werk repräsentative Auswahl von handlungsbezogenen Arbeiten aus Stoff, Metall und Papier sowie Zeichnungen aus verschiedenen Dekaden, und beleuchtet so Franz Erhard Walthers zentrale Rolle als einer der Pioniere der Partizipationskunst. Und obwohl die Benutzung vieler seiner Arbeiten aus konservatorischen Gründen heute nicht mehr möglich ist, entfalten diese noch immer maximale Wirkungskraft.


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