Mary Bauermeister | Kunstmuseum Villa Zanders

Mary Bauermeister vor Kristall-Objekt (2012) | Von De Caesius (De Caesius (talk)) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19181736
Mary Bauermeister vor Kristall-Objekt (2012) | Von De Caesius (De Caesius (talk)) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19181736
WDR 3 Kulturtipp: 

Zeichen, Worte, Universen

10. 12. 2017 – 08. 04. 2018


Das künstlerische Werk Mary Bauermeisters (geb. 1934) zählt alleine aufgrund seiner Vielseitigkeit zu den ungewöhnlichsten OEuvres der zeitgenössischen Kunst. Weit über 50 Jahre umspannt dieses enorm produktive Schaffen, das bereits 1962 zu einer ersten bahnbrechenden Museumspräsentation im Stedelijk Museum in Amsterdam führte.

Mary Bauermeisters Werk ist ebenso schillernd und facettenreich wie ihre Persönlichkeit. Früh experimentiertesie mit außergewöhnlichen Materialien wie optischen Linsen, Prismen, Leinentüchern, Kieselsteinen und vielem mehr. In ihren Zeichnungen, Bildern und Objekten, aber auch in ihren als Gesamtkunstwerk angelegten Land-Art-Projekten manifestiert sich eine ganz eigene, die Grenzen von Bild und Skulptur in eine utopische Dimension erweiternde Bildsprache, mit der sie vor allem in den USA für Furore sorgte.

Nicht minder weitreichend war ihr Einfluss als Katalysator für die Musik- und Kunstszene im Köln der 60er Jahre, als ihr Atelier in der Kölner Lintgasse zum Zentrum einer künstlerischen Avantgarde wurde und Musiker und bildende Künstler aus aller Welt anzog. Mary Bauermeister gilt als Schlüsselfigur der Fluxus-Bewegung, die im Umfeld des Studios für Elektronische Musik des WDR entstand.

Bis heute fasziniert sie mit einem eigenwilligen Werk, das von einem tiefen Gespür für den Einklang von Mensch und Natur geprägt ist und universelle Phänomene von Struktur, Rhythmus und Zahl in immer neuer Form zum Ausdruck bringt. Logik und Mathematik beschäftigen Bauermeister ebenso wie Musik und Klang, Märchen und Mythen, Licht und Schatten. Sie wendet sich existentiellen Fragestellungen zu und findet zu mal zauberhaften, mal provokanten oder abstrakten Antworten. Immer liegt ihren Äußerungen ein beeindruckendes Menschenbild zugrunde, das fest in der Natur und in archaischen Traditionen verwurzelt ist.

Die Ausstellung konzentriert sich auf den großen Komplex ihres Werkes, der durch Chiffren, Zeichen, Worte und Zitate gekennzeichnet ist. Hier greift die stets die intellektuelle Herausforderung suchende Künstlerin Kernfragen des Seins auf und bindet sie mit spielerischer Leichtigkeit und kraftvoller Vitalität in ihr ganzheitlich geprägtes Universum.


Weitere Informationen: villa-zanders.de