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SHARON YA'ARI | Krefeld

Foto: Martin Janda Galerie, Wien
Foto: Martin Janda Galerie, Wien
WDR 3 Kulturtipp: 

8. Mär. bis 30. Aug.


Im März 2020 zeigen die Kunstmuseen Krefeld in Haus Esters die erste Einzelausstellung des israelischen Fotografen Sharon Ya’ari in Deutschland. Ya’ari entwickelt für Haus Esters eine Schau in Auseinandersetzung mit der besonderen Atmosphäre und Ideengeschichte des Ortes. Die zwischen 1927 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe errichteten Villen Esters und Lange sind Ikonen des Neuen Bauens in Deutschland, Repräsentanten der europäischen Moderne.
Ausgangspunkt von Ya’aris fotografischer Spurensuche ist das Erbe der modernistischen Formensprache in Israel, die damit verknüpfte gesellschaftliche Vision und ihre Konfrontation mit einer konfliktreichen Alltagsrealität. Dabei geht es ihm weniger um die Perspektive der Architekturfotografie, sondern um Beobachtungen des Beiläufigen, um die Relikte des täglichen Lebens, die Verfall und Vergänglichkeit unterworfen sind. Ya’ari hat die Ausstellung als Ganzes für Haus Esters entwickelt, indem er durch die unterschiedlich gewählten Techniken und Größen seiner Fotografien einen Dialog mit der Architektur schafft. Die Ausstellung stellt dem ikonischen, zeitentrückten Raum der Villa die zeitgenössische Perspektive einer fragilen Realität gegenüber.

Sharon Ya'ari (geb. 1966, lebt und arbeitet in Tel Aviv und lehrt an der Bezalel Academy for Art and Design in Jerusalem) zählt zu den renommiertesten israelischen Künstlern seiner Generation. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine ebenso präzise wie vielseitige Nutzung des fotografischen Mediums aus, das er als Mittel der kulturellen und politischen Recherche versteht. Er hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit, darunter Tel Aviv Museum of Art (IL), National Gallery Museum, Vilnius (LT), Kunsthaus Baselland, Basel (CH), Drexler University Art Gallery, Philadelphia (US), National Gallery of Modern Art, New Delhi (India), Camera Austria, Graz (A), Israel Museum, Jerusalem (IL) u.v.m. 2018 erhielt er den Emet Prize for Arts, Science and Culture, der in Israel für wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen mit weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen vergeben wird.

Parallel präsentieren die Kunstmuseen Krefeld unter dem Titel Das Gedächtnis der Bilder in Haus Lange eine Ausstellung aus eigenen Beständen. Werke von Allora & Calzadilla, Christian Boltanski, Käthe Kollwitz, Gerhard Richter, Anri Sala, Thomas Struth, Luc Tuymans, Jeff Wall und anderen zeigen die Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Identität. Gemeinsam bilden die Ausstellungen einen Dialog über den künstlerischen Umgang mit historisch aufgeladenen Orten und kollektiver Erinnerung.


Weitere Informationen: kunstmuseumkrefeld.de