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Abraham David Christian. ERDE. | Bochum

Foto: Abraham David Christian, Selbst, 1978
Foto: Abraham David Christian, Selbst, 1978
WDR 3 Kulturtipp: 

ab Sonntag, den 5. Juli 2020


Vor dem Hintergrund seines 60jährigen Jubiläums thematisiert das Kunstmuseum das bedeutende Frühwerk des Bildhauers Abraham David Christian mit teilweise noch nie gezeigten Erdskulpturen aus den 1970er Jahren. Dabei schwimmt er mit seinem radikal reduzierten Schaffen, das größtenteils aus elementaren Materialien und entsprechenden Grundformen besteht, von Beginn an konsequent gegen den Strom. Seit den 1960er Jahren arbeitet Christian mit Erde, er liegt und kriecht über sie, hält sich in Erdhöhlungen auf und zieht sich in die Natur zurück. Hierbei betont er stets, dass künstlerische Arbeit die Auseinandersetzung mit sich selbst bedeute und der menschliche Körper für ihn maßgebend sei.
Harald Szeemann hatte den damals 19 Jahre alten Künstler 1972 zur 5. documenta eingeladen, wo Abraham David Christian seine radikale universelle Vorstellung von Mensch, Kunst und Natur realisierte. Zwei Jahre später führte er in der der Fluxusbewegung nahestehenden Galerie Inge Baecker in Bochum eine spektakuläre Körperformance auf. 1976 stellte er dann erstmals im Museum Bochum seine Erdarbeiten aus und schließlich kam es 1978 zu dem
Ankauf einer 32-teiligen Erdskulptur. Es entstand ein enger Kontakt zur Galerie M in Bochum und bei dem 1. Bochumer Bildhauersymposium 1979/80 schuf er eine Eisenskulptur für den öffentlichen Raum.
Im Zentrum der Ausstellung „ERDE“ steht die frühe mehrteilige Skulptur aus der eigenen Sammlung, die aus der Ausstellung „SELBST“ im Museum Haus Lange 1978 angekauft wurde. Mehrere großformatige sowie einige kleinere Leihgaben aus dem Lehmbruck Museum sowie aus Privatsammlungen geben einen Überblick über diese frühe Phase, dabei sind auch Arbeiten, die noch nie öffentlich gezeigt wurden. Zusammen mit Zeichnungen und Fotografien
hat Abraham David Christian eine eindrucksvolle Gesamtinstallation geschaffen, die in ihrer radikalen Reduktion eine ästhetische, aber auch mit Blick auf die gegenwärtige Diskussion über den Umgang mit der Natur, eine hohe politische Aktualität besitzt.
Anlässlich des 60. Jubiläums des Kunstmuseum Bochum konnte für die Sammlung dank der großzügigen Förderung durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes die Eisenskulptur „Ohne Titel“ aus dem Jahre 2019 erworben werden. Damit wird der Blick vom Frühwerk eindrucksvoll auf das aktuelle Schaffen geleitet.


Weitere Informationen: kunstmuseumbochum.de