Reinhold Koehler - Décollage | Kunstmuseum Villa Zanders

Ausschnitt aus: Reinhold Koehler, 1958-11, Décollage-Vorstufe, Begleitstudie, Federzeichnung auf Ingrespapier, 239 x 298 mm, Nachlass
Ausschnitt aus: Reinhold Koehler, 1958-11, Décollage-Vorstufe, Begleitstudie, Federzeichnung auf Ingrespapier, 239 x 298 mm, Nachlass
WDR 3 Kulturtipp: 

14. 01. – 22. 04. 2018


Reinhold Koehler (1919 – 1970) gehört sicher zu jenen Künstlern, denen noch nicht der ihnen angemessene Platz in der deutschen Kunst eingräumt wurde. In den wenigen Jahren zwischen dem Zweiten Weltkrieg und seinem plötzlichen Tod im Jahr 1970 hat er ein immenses künstlerisches Werk entwickelt und sich dem Prinzip der Décollage in den verschiedenen Medien verschrieben.

Nach einer letzten umfangreichen Präsentation seines Werks in den Jahren 1985/86 will diese Ausstellung in einem Haus, das sich der Kunst aus Papier widmet, die facettenreiche Werkgruppe der Décollagen mitsamt ihrer Entstehungsgeschichte vorstellen. Koehlers Entwicklung von der klassischen Malerei sowie die Befreiung vom Gegenstand dürften dabei als repräsentativ für eine ganze Generation von Künstlern gelten.

Mit großem Eifer hat Reinhold Koehler seine Ausdrucksmittel innerhalb weniger Jahre umfassend erweitert und zu einer zuweilen radikalen, oft aber auch poetischen Bildsprache gefunden. Dazu wählt er die Décollage: Strukturierung der noch weißen Oberfläche mit Messereinschnitten, darüber Einschwärzung oder Einfärbung und schließlich Gestaltung durch Wegreißen größerer und kleinerer Papierfetzen. Daneben entstehen mit ähnlicher Technik auch die farbintensiven Plakatdécollagen.

Das aggressiv-destruktive Moment findet sich so bei ihm zusammen mit aufbauend-gestaltenden Arbeitsprinzipien, die er sowohl in seiner Lyrik als auch in Materialbildern fortgeführt hat.


Weitere Informationen und Impressionen: villa-zanders.de